Clare Grodon präsentiert auf der EACD 2026 die heROIC-Studie sowie die Erfahrungen mit dem Einsatz des Innowalk Pro an der Richard Cloudesley School in London.

25.06.2026Innowalk Pro in der Schule: Wie Forschung die Praxis verändert

Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

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Innowalk Pro in der Schule: Wie Forschung die Praxis verändert
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Wie kann mehr Bewegung zu besserer Lebensqualität und Erleichterung beim Lernen für Kinder mit komplexen Behinderungen beitragen? An der Richard Cloudesley School in London setzte Physiotherapeutin Clare Grodon Forschungsergebnisse in die Praxis um – mit dem Innowalk Pro als Werkzeug. Die Ergebnisse brachten sowohl mehr Aktivität als auch positive Auswirkungen im Schulalltag.

Dieser Artikel basiert auf einem Poster von Clare Grodon, Physiotherapeutin, präsentiert beim European Academy of Childhood Disability (EACD) Annual Meeting 2026, Galway, Irland.

Originalposter herunterladen: Implementing the Results of Research Has Changed Practice in a Special School (PDF)

Die Herausforderung: Körperliche Inaktivität bei Kindern mit komplexen Behinderungen

Kinder mit komplexen Behinderungen, einschließlich solcher mit Zerebralparese auf GMFCS-Niveau IV und V, haben oft stark eingeschränkte Bewegungsmöglichkeiten. Traditionelle Therapieansätze haben ihre Grenzen, und der Bedarf an zugänglichen, skalierbaren und evidenzbasierten Lösungen war noch nie so groß.

The heROIC study lieferte solide Belege dafür, dass Innowalk Pro, ein motorisierter Bewegungstrainer in aufrechter Körperhaltung, körperliche Aktivität steigern und das Wohlbefinden verbessern kann. Die Richard Cloudesley School, unterstützt vom Whittington Health NHS Trust, traf die Entscheidung, diese Forschung in den Schulalltag zu implementieren.

Studienziel: Von der Forschung zur Praxis - im Alltag

Ziel war es, die Durchführbarkeit der Umsetzung der heROIC-Methodik im Schulalltag zu bewerten – konkret die Nutzung des Innowalk Pro viermal pro Woche für 30 Minuten über einen Zeitraum von sechs Wochen, im Block Design.

Umsetzungsstrategie: Was zum Erfolg geführt hat...

Eine erfolgreiche Implementierung erforderte einen strukturierten, interdisziplinären Ansatz:

Personalschulung

Alle Mitarbeitenden erhielten eine Schulung auf Grundlage der heROIC-Studienergebnisse, um die sichere und konsistente Durchführung des Bewegungstrainings im Stehen mit dem Innowalk Pro im Klassenraum zu gewährleisten.

Integrierte Stundenplanung

Der Innowalk wurde im Block-Design in Stunden- und Therapiepläne integriert – Zeit mit Training / Zeit ohne Training, sodass es zu einem vorhersehbaren Bestandteil des Schultages wurde und nicht zu einer zusätzlichen Belastung.

Interdisziplinäre Zusammenarbeit

Lehrkräfte, Therapeuten und Betreuungspersonal arbeiteten zusammen, um sicherzustellen, dass der Innowalk kohärent über pädagogische und therapeutische Ziele hinweg eingesetzt wurde.

Laufendes Monitoring

Das Programm wurde kontinuierlich evaluiert und angepasst, was sowohl die Verantwortlichkeit förderte als auch eine nachhaltige Entwicklung der Schüler unterstützte.

Die Ergebnisse: Echte Verbesserungen und messbare Fortschritte

1. Körperliche Aktivität stieg um 173 %

Die durchschnittliche tägliche intensive körperliche Aktivität stieg von 22 Minuten zum Ausgangszeitpunkt auf 60 Minuten während der Intervention – eine Steigerung um 173 %. Dies ist eine bedeutsame und klinisch relevante Veränderung für eine Gruppe, bei der selbst bescheidene Zuwächse an Bewegung erhebliche gesundheitliche Vorteile bringen können.

2. Lebensqualität verbesserte sich in zentralen Bereichen (n=25)

Die meisten Schüler zeigten nach regelmäßigem Einsatz des Innowalk Pro Verbesserungen in mehreren Bereichen der Lebensqualität. Diese Verbesserungen wurden nach der Intervention beobachtet und waren auch nach 6 Wochen und 3 Monaten noch nachweisbar.

3. Zielerreichung (GAS) – Ziele erreicht

Die Schüler erzielten bedeutsame Fortschritte bei individuellen funktionalen Zielen, mit verbesserten GAS-Werten nach der Intervention. Wichtig ist auch, dass die Daten zeigten, dass eine Pause von 6 bis 12 Wochen zu einem Rückgang bei der Zielerreichung führte, was die Notwendigkeit eines regelmeäßigen, konsequenten Einsatzes und der Minimierung von Pausen beim Bewegungstraining im Stehen unterstreicht.

4. Selbstvertrauen und Wohlbefinden des Personals

Das Feedback des Personals war überwältigend positiv. Die Mehrheit stimmte zu oder voll zu, dass:

  • sie sich sicherer bei der Durchführung des Bewegungstrainings im Stehen fühlten.
  • der Innowalk Pro gut in die täglichen Routinen integriert war.
  • das Training mit dem Innowalk Pro eine positive Wirkung auf Engagement und Wohlbefinden der Schüler hatte.

Wir haben mit dem Innowalk positive Ergebnisse gesehen, die wir mit keinem anderen Gerät erzielt haben.

Praxisbeispiele: Was Lehrkräfte und Therapeuten beobachteten

  • Schüler zeigten verbessertes Fokus und verbesserte Konzentration bei Lernaktivitäten während der Nutzung des Innowalk Pro.
  • Vestibuäre und propriozeptive Stimulation durch das Bewegungstraining im Stehen steigerte die Aufmerksamkeit und das Engagement im Klassenzimmer.
  • Für Schüler, die in einem unruhigen Zustand zur Schule kamen, half der Innowalk ihnen, sich zu beruhigen und lernbereit zu werden – ob zu Schulbeginn oder nach der Mittagspause.

Implikationen für die Praxis: Was Schulen und Therapeuten wissen sollten

Dieses Projekt zeigt, dass evidenzbasiertes Bewegungstraining im Stehen erfolgreich in Förderschulumgebungen integriert werden kann. Wichtige Empfehlungen umfassen:

  • Integrieren Sie evidenzbasiertes Bewegungstraining im Stehen wie den Innowalk Pro in die Therapiepläne und Stundenpläne der Schule.
  • Investieren Sie in Schulungen, damit alle Mitarbeitenden – nicht nur Therapeuten – Interventionen sicher durchführen können.
  • Nutzen Sie Kommunikationswerkzeuge für interdisziplinäre Teams, um Probleme schnell zu erkennen und zu bewältigen.
  • Planen Sie den Einsatz des Innowalk in Abstimmung mit anderen Aktivitäten, damit die Schüler den größtmöglichen Nutzen aus dem Gesamtangebot ziehen können.

Schulentwicklungsplan: Mehr Bewegung – weniger Sitzen

Aufbauend auf diesem Erfolg führt die Richard Cloudesley School einen ‘Mehr Bewegung – weniger Sitzen’ schulweiten Ansatz ein. Das bedeutet, die Sitzzeit aktiv über den gesamten Schultag hinweg durch vielfältige Bewegungsmöglichkeiten neben dem Innowalk Pro zu reduzieren und körperliche Aktivität als zentralen Bestandteil des Schulalltags jedes Kindes zu verankern.

Fazit

Die Umsetzung der Erkenntnisse aus der heROIC-Studie hat:

  • Die Praxis sowohl in der Grundschule als auch in der Sekundarstufe der Schule nachhaltig verändert.
  • Das Niveau des Bewegungstrainings im Stehen bei Schülern mit komplexen Behinderungen deutlich gesteigert.
  • Schul- und Lernergebnisse, Engagement und Lebensqualität der Schüler verbessert.
  • Das Personal mit Selbstvertrauen, Kompetenz und Systemen ausgestattet, um Bewegungstraining im Stehen nachhaltig und evidenzbasiert durchzuführen.

Der regelmäßige Einsatz des Innowalk Pro stellt einen praktischen, effektiven und evidenzbasierten Ansatz dar, um Bewegungstraining im Stehen in den Schulalltag von Kindern mit komplexen Behinderungen zu integrieren. Die Daten der Richard Cloudesley School zeigen: Wenn Schulen Forschung ernst nehmen und konsequent umsetzen, sprechen die Ergebnisse für sich.

Ausblick

Das Team der Richard Cloudesley School arbeitet weiterhin an folgenden Zielen:

  • Das Bewusstsein für die Bedeutung körperlicher Aktivität für Kinder mit Behinderungen in einem breiteren Netzwerk von Schulen und Einrichtungen zu stärken.
  • Verbindungen zu Erwachseneneinrichtungen herzustellen, um sicherzustellen, dass Jugendliche beim Übergang von der Schule ins Erwachsenenleben weiterhin Zugang zu mehr Bewegungsmöglichkeiten haben.
  • Zu erforschen, wie der frühzeitige Einsatz des Innowalk Pro sekundäre Komplikationen bei Behinderungen beeinflussen kann, einschließlich Schmerzen, Gewichtsmanagement und gastrointestinaler Funktion.

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Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager
Rikke Damkjær Moen - Physiotherapeutin – Medical Manager

Rikke Damkjær Moen bereichert das Made for Movement Team mit vielen Jahren Erfahrung als klinische Physiotherapeutin. Es ist ihre Mission, dafür zu sorgen, dass auch Menschen mit eingeschränkter Mobilität die Möglichkeit erhalten, Freude und Gesundheit durch körperliche Aktivität zu erfahren. Als Medical Manager gibt Rikke Damkjær Moen ihr Wissen über die Lösungen von Made vor Movement gern weiter, damit Menschen mit besonderen Bedürfnissen, ihre Familien und Behandler die Möglichkeiten kennenlernen.